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Batteriewartung am Motorrad

Die meisten von uns haben das schon erlebt: Statt des munteren „widi widi“ kommt nur noch ein gequältes „w-i-d-i-w...“ vom Anlasser. Besser man pflegt seine Motorradbatterie regelmäßig und trennt sich rechtzeitig von überalterten Exemplaren.

[HEADER: Batteriewartung am Motorrad.]

Die Batterie ist ein lebensnotwendiger Energiespeicher in unserem Motorrad. Insbesondere wenn dieses eine Batteriezündung und keinen Zündmagneten hat, der die Motorfunktion selbständig aufrechterhalten kann. Ernährt wird die Batterie vom Ladestrom der Lichtmaschine, der jedoch nur gespeichert werden kann, wenn sich die Batterie in einwandfreiem Zustand befindet. Das bedeutet: Die Bleiplatten in der Batterie dürfen nicht sulfatiert sein, was schließlich zum Plattenschluss führt. Es muss ein ausreichender Säurestand vorhanden sein und die Batteriepole dürfen keine Oxidationsspuren aufweisen.

Ein Digital-Multimeter oder bei Standardbatterien ein Säuretester gibt über den Ladezustand Aufschluss. Bei einer 12 Volt Batterie deuten Werte über 12,7 Volt auf eine vollgeladene Batterie hin, 12,4 Volt auf 50 % Entladung, 12 Volt auf eine entladene Batterie. Befindet sich Ihre Batterie in schlechtem Ladezustand, so ermitteln Sie die Ursache. Ist das Fahrzeug lange Zeit nur im Kurzstreckenbetrieb oder gar nicht gefahren worden, brauchen Sie sich über eine entladene Batterie nicht zu wundern. Dann laden Sie die Batterie am Ladegerät sachgemäß wieder auf. Ist die Batterie einfach überaltert, muss sie ausgetauscht werden. Lädt sich eine neue Batterie jedoch im normalen Fahrbetrieb nicht auf, können Schäden an Lichtmaschine, Gleichrichter, Regler oder Kriechströme die Ursache sein. Fragen Sie Ihre Werkstatt, wenn Sie dieses Problem nicht selbst mit Hilfe eines Handbuches lösen können.

Wird das Motorrad längere Zeit (länger als 3 Monate) nicht bewegt, empfiehlt sich der Ausbau der Batterie, damit diese sich nicht tiefentladen kann oder durch versteckte Verbraucher wie Alarmanlagen, Uhren, Wegfahrsperren, Navigationsgeräte etc. leergesogen wird. Am besten ist es dann, sie an ein automatisches Frischhaltegerät oder an ein intelligentes Ladegerät anzuschließen. Eine Batterie die z. B. in der Winterpause nicht geladen wird, ist nach 4 Monaten bereits irreparabel geschädigt. Befinden sich zahlreiche elektronische Zusatzgeräte am Fahrzeug, die nach Ausbau der Batterie wieder neu eingelesen werden müssten (Navi, Alarmsystem etc.), empfiehlt sich die Verwendung einer Ladesteckdose am Fahrzeug, die den Batterieausbau überflüssig macht. Eine wartungsfreie Batterie ist allerdings Voraussetzung hierfür.

Wichtig: Lesen Sie immer die der Batterie beiliegende Gebrauchsanleitung sorgfältig durch!

Was für Motorradbatterien gibt es?

An Motorrädern ist ab Werk in der Regel einer der folgenden Batterietypen montiert:

Standard-Säurebatterie

Dieser preisgünstige Batterietyp findet sich vor allem in älteren Motorradmodellen. Eine neu erworbene Standardbatterie muss mit Säure – nicht mit Wasser! – aufgefüllt werden (Dichte 1,28 g/cm3). Achtung: Akkumulatoren-Säure ist ätzend, deshalb ist beim Umgang mit ausgebauten Batterien Vorsicht geboten.

Standardbatterien müssen bei geöffneten Zellen geladen werden. Damit sich im Fahrzeug kein Säurenebel niederschlägt, muss die Batterie dazu aus dem Fahrzeug ausgebaut werden. Mit einem Säuretester kann man den Ladezustand überprüfen. Dazu öffnet man die Stopfen an den einzelnen Batteriezellen und saugt etwas Säure in einen Säuretester. Der Schwimmer im Testgerät gibt Aufschluss über den Ladezustand: Je schlapper die Batterie, desto geringer ist die Säuredichte und desto tiefer taucht der Schwimmer ein. Vollgeladene Batterien haben eine Säuredichte von 1,28 g/cm3, leere hingegen eine Säuredichte von 1,11 g/cm3, ein Wert von 1,20 g/cm3 entspricht 50 %iger Entladung. Der Ladezustand der einzelnen Batteriezellen sollte möglichst gleich sein, andernfalls liegt ein Defekt vor. Ist der Flüssigkeitsstand einer Standardbatterie abgesunken, sind die einzelnen Batteriezellen mit destilliertem, demineralisiertem Wasser bis zur Maximum-Markierung aufzufüllen (etwa alle 2 Monate kontrollieren).

Keine Säure nachgießen, diese wird nur für die Erstbefüllung verwendet. Gäbe man später nochmals Säure zu, würde sich die Säurekonzentration in der Batterie unzulässig erhöhen. Nach Auffüllen des Flüssigkeitsstandes wird die Batterie ggf. mit dem Ladegerät nachgeladen. Während des Ladens (immer ohne Zellenverschluss-Stopfen) entstehen in der Batterie explosive Gase (Knallgas) – daher immer für gute Raumbelüftung sorgen, offenes Feuer in jeder Form von der Batterie fernhalten, nicht rauchen und darauf achten, dass keine Funken entstehen können.

Wartungsfreie Motorradbatterien

In der wartungsfreien Batterie liegt die Säure anders als bei der Standardbatterie gebunden vor (über ein Vlies zwischen den Bleiplatten oder als Gel). Da diese Batterien kaum Flüssigkeit durch Verdunstung verlieren, können sie nach der Erstbefüllung dauerverschlossen werden. Eine weitere Kontrolle des Füllstandes entfällt für die gesamte Dauer ihrer Nutzung. Es ist kein Entlüftungsschlauch vorhanden und die Zellen werden zum Laden am Ladegerät nicht geöffnet. Gelbatterien und einige spezielle Microvliesbatterien werden bereits dauerbefüllt und -verschlossen verkauft. Die einfache wartungsfreie Batterie kommt mit einem passend dimensionierten Säurepack (Säuredichte 1,32 g/cm3), welches vor der Erstnutzung eingefüllt wird, danach wird die Batterie dann dauerverschlossen. Wartungsfreie Batterien dürfen im eingebauten Zustand im Fahrzeug aufgeladen werden, z. B. über eine Ladesteckdose.

Es sollte dazu immer ein für Motorräder geeignetes Automatikladegerät benutzt werden. Ist eine wartungsfreie Batterie tiefentladen, benötigt sie zur Wiederbelebung einen speziellen Lademodus. Einfache Automatikladegeräte liefern diesen nicht. Es empfiehlt sich daher die Anschaffung eines intelligenten Automatikladegerätes – so ist man gleich für alle Fälle gewappnet. Wartungsfreie Batterien, insbesondere Gelbatterien haben eine geringere Selbstentladung als Standardbatterien und eine etwas höhere Kaltstartleistung, sie sind aber empfindlicher gegen Überladung (daher unbedingt ein für Motorräder geeignetes Automatikladegerät benutzen).

Wartungsfreie Batterien sollten nur verwendet werden, wenn sie bereits werkseitig vorgesehen sind, denn nur dann ist die Ladespannung des Motorradreglers auf sie abgestimmt.

[IMAGE: Sitzbank abnehmen.]
Sitzbank abnehmen

Anleitung zur Batteriewartung am Motorrad

Sitzbank abnehmen

Wählen Sie die Batterie nach den Angaben des Fahrzeugherstellers bzw. nach Typenkürzel, Maßen, Spannung (6 V oder 12 V), Amperezahl, Lage der Pole und Lage der Entlüftung aus. Zuerst nehmen Sie die Sitzbank ab und kontrollieren vor Befüllen und Einbau noch einmal, ob die Batterie passt und sich die Pole an der richtigen Seite befinden.

[IMAGE: Zuerst das Minuskabel und dann das Pluskabel lösen.]
Zuerst das Minuskabel und dann das Pluskabel lösen

Kabel der Batterie lösen

Beim Ausbau der Batterie lösen Sie immer erst das Minus- und dann das Pluskabel, nur so vermeiden Sie effektiv Kurzschlüsse! Wird die Batterie am Ladegerät nachgeladen, bitte kein amperestarkes Ladegerät aus dem Autozubehör oder Baumarkt verwenden. Nur speziell für Motorradbatterien entwickelte Geräte einsetzen. Amperestarke Ladegeräte aus dem Automobilbedarf arbeiten zwar schneller, schädigen aber durch zu hohen Ladestrom die relativ kleine Motorradbatterie.

[IMAGE: Batteriesäure einfüllen.]
Batteriesäure einfüllen

Batterie mit Säure befüllen

Standardbatterien mit Akkumulatorensäure unter Zuhilfenahme einer Batteriesäureflasche oder eines kleinen Einfülltrichters bis zur Maximum-Füllstandskennzeichnung auffüllen. Sie sollten dabei auf einem säurefesten Untergrund stehen! Die Batterie gast beim Befüllen – das ist ganz normal. Alle Batterien sind trocken vorgeladen. Dennoch muss man die Batterie zunächst an ein Ladegerät anschließen, um sie bis zur maximalen Kapazität aufzuladen. Bei Standardbatterien danach die Zellen ca. 2 Std. ablüften lassen, nochmals den Füllstand kontrollieren und mit den Stopfen verschließen. Vor Einbau der Batterie übergelaufene Säure sorgfältig abwaschen.

[IMAGE: Kontakte säubern.]
Kontakte säubern

Kontakte der Batterie säubern

Reinigen Sie die Batterie zunächst äußerlich, denn eine Schmutzschicht kann durchaus zu Kriechströmen und Ladeverlusten führen.

[IMAGE: Kabelbefestigung.]
Zuerst das Pluskabel und dann das Minuskabel befestigen

Kabel wieder befestigen

Am Fahrzeug immer erst das Plus- und dann das Minuskabel anschließen. Nicht die Pole vertauschen – dies würde nicht nur die neue Batterie schädigen, auch Generator und Bordelektrik könnten zerstört werden!

[IMAGE: Die Pole einfetten.]
Die Pole einfetten

Pole der Batterie einfetten

Pole mit etwas Procycle Polfett einschmieren. Bei Standardbatterien den Entlüftungsschlauch immer sorgfältig und knickfrei verlegen.

Batterie-Information

Wichtiges und Wissenswertes über Motorradbatterien

Besonders wichtig ist die Batterie beim Start. Deshalb sollten Sie beim Kauf einige Details beachten, die Ihnen mühsames Anschieben und dergleichen unerfreulicher Dinge ersparen. Grundsätzlich gilt, dass der für Ihr Motorrad richtige Batterietyp werkseitig vorgegeben ist. Für den Fall, dass Sie sich hier nicht sicher sind, reicht zumeist ein kurzer Blick ins Bordbuch oder auf die Bezeichnung Ihrer alten Batterie. Was Sie über die einzelnen Batterietypen wissen sollten, entnehmen Sie bitte nachfolgenden Informationen und den Tabellen.

Was Sie vor der Erstbefüllung mit Säure und vor dem Einbau Ihrer neuen Batterie in Ihr Fahrzeug beachten müssen!

  • Passt die Batterie für/in Ihr Fahrzeug (Passgenauigkeit/Maße/Typ)?
  • Liegen Plus- und Minuspol der Batterie an der richtigen Stelle?
  • Liegt die Entlüftung der Batterie (nicht bei wartungsfreien Batterien) an der richtigen Stelle?
  • Hat die Batterie die richtige Spannung (V) und Kapazität (Ah)?

Bitte lesen Sie sich unbedingt die der Batterie beiliegende Bedienungsanleitung und die darin enthaltenen Sicherheitshinweise sorgfältig durch!

batteriewartungstabelle

Beim Befüllen von Standardbatterien mit Batteriesäure empfehlen wir, um Verätzungen zu verhindern, die Verwendung eines Batteriesäure-Trichters bzw. einer Säureflasche (finden Sie auf den Produktseiten im Onlineshop). Tragen Sie beim Umgang mit Batteriesäure geeignete Handschuhe und eine Schutzbrille! Eventuelle Säurereste oder -spritzer entfernen Sie bitte sofort mit viel klarem Wasser. Damit Ihre Batterie auch lange frisch bleibt, ist es sehr wichtig, dass Sie diese mit einem geeigneten Ladegerät voll laden. Verwenden Sie daher auf keinen Fall Pkw- bzw. Baumarkt-Ladegeräte; diese schädigen mit ihrem zu hohen Ladestrom die kleine Motorradbatterie. Bei längeren Standzeiten, z. B. beim Überwintern, muss die Batterie alle zwei Monate wieder voll aufgeladen werden. Wir empfehlen die Verwendung der Motorrad-Batterieladegeräte von ProCharger

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Bitte beachten!

Bei den Schraubertipps handelt es sich um allgemeine Vorgehensweisen, die nicht für alle Fahrzeuge oder alle einzelnen Bauteile zutreffend sein können. Die jeweiligen Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort können unter Umständen erheblich abweichen, daher können wir keine Gewähr für die Richtigkeit der in den Schraubertipps gemachten Angaben übernehmen.

Wir danken für Ihr Verständnis.

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