Island Motorradtor


Auch wer schon viel gesehen hat in seinem Motorradleben, wird doch erstaunt sein ĂŒber die Vielseitigkeit Islands. Aktive Vulkane, eiskalte Seen, heißer stinkender Schwefeldampf, kalbende Gletscher, spritzende Geysire und natĂŒrlich die gewaltigen WasserfĂ€lle. Nicht nur die Natur ist extrem, auf dieser Insel im Nordostatlantik, auch das Wetter spielt hier in einer eigenen Liga. Nicht umsonst ist im Wetterbericht so hĂ€ufig die Rede vom Islandtief. Daher ist auch im Sommer im Hochland noch Neuschnee möglich, wie ich selbst feststellen durfte. Nicht die besten Voraussetzungen zum Motorrad fahren. Aber gerade diese schwierigen Bedingungen machen Island zu einem der letzten Abenteuer in Europa.

Es ist ohne weiteres möglich, die Insel auf dem sogenannten „Golden Circle“, einer komplett asphaltierten Straße zu umrunden. Auch dabei kann man viele SehenswĂŒrdigkeiten bestaunen. Aber mich zog es in die urwĂŒchsige Natur, ins Zentrum Islands, dorthin, wo mehr Schafe als Menschen leben und wo es sich fĂŒr die IslĂ€nder nicht lohnt, BrĂŒcken zu bauen.

Das bedeutet allerdings auch, viele FlĂŒsse mit dem Motorrad zu durchfahren. Und genau dafĂŒr hatte ich mir eine leichte Enduro umgebaut. Meine kleine Suzuki DRZ 400 S hatte mich bisher sicher durch das Baltikum und SĂŒdengland getragen und wĂŒrde mich bestimmt auch hier nicht enttĂ€uschen.

Tipp: GrundsĂ€tzlich kann Island mit jedem Motorrad bereist werden. Aber wer sich abseits des Asphaltbandes an der Schönheit der Natur erfreuen möchte, wird mit einer Reiseenduro sicherlich auf Dauer glĂŒcklicher. Und wer im Fluss mit seinem Reisedampfer umkippt, wird sich ĂŒber jedes Kilo freuen, das nicht in die Senkrechte gewuchtet werden muss.

Ein großer Tank ist sehr hilfreich, denn bei einigen lĂ€ngeren Strecken gibt es keine Kraftstoffversorgung. 300 Kilometer Reichweite sollten es schon sein.

Grobes Reifenprofil ist Pflicht. Ich fuhr recht gut mit dem Klassiker TKC 80 von Continental, dazu passend die verstÀrkten SchlÀuche. Denn das Vulkangestein ist teilweise recht scharfkantig.

ZunĂ€chst war aber die ca. 500 Kilometer lange Anreise von Kiel nach Hirtshals, dem dĂ€nischen FĂ€hrhafen, zu bewĂ€ltigen. Die kleine Suzuki schlug sich recht wacker auf der Autobahn. Und dank des Windschildes von Puig war die Tour auch fĂŒr mich erstaunlich gut zu ertragen.

Die erste Nacht verbrachte ich auf einem Campingplatz in der NĂ€he des Hafens, um gleich am frĂŒhen Morgen am Check-In-Schalter zu sein. Aber anscheinend hatten auch andere diese Idee. Vom einfachen Wanderer ĂŒber moderne Mountainbiker bis zum voll ausgestattetem Offroad-Truck, stand schon eine lange Schlange aus den verschiedensten HerkunftslĂ€ndern an, um den riesigen stĂ€hlernen Bauch der FĂ€hre zu entern. Nachdem alles gut verzurrt war, ging es zu den Kabinen. Ich hatte zwar die einfache Variante gebucht, aber dass es so eng zugehen wĂŒrde, hĂ€tte ich nicht erwartet. Ich habe schon unter den unmöglichsten Bedingungen ĂŒbernachtet. Aber ca. 1,8 x 2,8 Meter fĂŒr sechs Personen incl. GepĂ€ck hatte ich noch nicht erlebt. Auf der RĂŒcktour kam es ĂŒbrigens noch dicker, da mussten sogar neun Personen auf der gleichen FlĂ€che klarkommen.

Tourentipp Island
Tourentipp Island

Tipp: Da die gĂŒnstigen SchlafplĂ€tze begrenzt sind, sollte die Buchung möglichst frĂŒhzeitig erfolgen. Etwas preiswerter wird es auch, wenn die Mahlzeiten gleich mitgebucht werden. Wer dann auch noch ein paar Tage Zwischenstation auf den wilden FĂ€röern macht, spart weiteres Geld. Bitte auch bei der Reiseplanung beachten, dass die FĂ€hren nicht an jedem Tag fahren.

GlĂŒcklicherweise war das Wetter sehr schön und man konnte sich gut auf dem Außendeck aufhalten. Nach zwei Tagen auf dem stillen Atlantik, mit einem kurzen Zwischenstopp auf den FĂ€röer Inseln, erreichten wir den FĂ€hrhafen Seydisfjördur bei Nieselregen und kĂŒhlen 10° Grad, wĂ€hrend in Schleswig-Holstein zur gleichen Zeit die Sonne des Jahrhundertsommers vom Himmel brannte. Aber ich wollte es schließlich so haben. Und Regen soll angeblich gut fĂŒr die Haut sein. Und bei den kĂŒhlen Temperaturen konnte ich meine extra angebauten Heizgriffe von Koso ausgiebig testen. Immer positiv denken!

Als erstes fĂŒhrte mich mein Weg nach Egilsstadir, die grĂ¶ĂŸte Stadt im Osten Islands, eine echte „Metropole“ mit fast 2.400 Einwohnern! In der Tourist-Info deckte ich mich mit detaillierten Karten ĂŒber das Hochland ein. Diese vermitteln unter anderem eine gute Übersicht ĂŒber die Beschaffenheit der Tracks und die Anzahl der Wasserfurten. Besonders spannend fĂŒr mich: die F-Straßen, z. B. F 910, denn die sind nur fĂŒr gelĂ€ndegĂ€ngige Fahrzeuge geeignet.

Der nĂ€chste Tag brachte besseres Wetter. Es wurde wĂ€rmer und die Sonne kam raus. Frohgemut machte ich mich auf zum Askja, einem 1.516 Meter hohen Vulkan. Unterwegs hatte ich dann auch meine erste grĂ¶ĂŸere Furt zu bewĂ€ltigen. Am anderen Ufer stand schon eine Reisegruppe aus Russland mit mehreren MotorrĂ€dern und einem Begleitfahrzeug. WĂ€hrend die Russen einer nach dem anderen den Fluss querten, war ich erstmal damit beschĂ€ftigt, alle empfindlichen Dinge wasserdicht zu verpacken. Meine neuen Freunde versprachen, mir zu helfen, falls ich umkippe, somit hatte ich keine Ausrede mehr und gab Gas. Die wasserdichte Hose (Vanucci Okovango II) hatte ich ĂŒber die Stiefel (Daytona Transopen) gezogen und eng zugebunden. Und bevor da Wasser eindringen konnte, war ich schon am trockenen Ufer angekommen. Erleichtert und glĂŒcklich meine erste grĂ¶ĂŸere Wasserquerung mit vollem GepĂ€ck gemeistert zu haben, fuhr ich weiter.

Schwarzes Vulkangestein, tiefe Sandlöcher und endlose Ebenen: Ich hatte zeitweise das GefĂŒhl, als erster Mensch einen fremden Planeten zu erkunden. Hier im Hochland kann es, trotz Hochsommer, immer noch Schnee geben. Trotzdem ist das Wasser des Kratersees durch die VulkanaktivitĂ€t so warm, dass man darin komfortabel schwimmen kann. Solche irren GegensĂ€tze begegnen einem auf Island stĂ€ndig und machen fĂŒr mich einen Großteil der Faszination dieser Insel aus.

Nach Sonnenuntergang wurde es sehr kalt im Askjacamp auf ca. 800 Metern Höhe, wo ich mein Zelt aufgeschlagen hatte. Die Temperatur sank bis auf den Gefrierpunkt und ich musste alles anziehen was ich hatte, um einigermaßen die Nacht zu ĂŒberstehen. Am frĂŒhen Morgen half ein heißer Kaffee, die mĂŒden Glieder wieder in Wallung zu bringen.

Tourentipp Island
Tourentipp Island
Tourentipp Island

Tipp: Das Wetter auf Island. UnterschĂ€tze nie die Kraft der Natur. Die Wettervorhersagen sollten ernst genommen werden. Neben Schnee und Regenschauern gibt es auch SandstĂŒrme und teils heftige Windböen, die OrkanstĂ€rke erreichen können. Teilweise so stark, das Motorradfahrer absteigen mussten oder sogar umgeweht wurden.

Mein nĂ€chstes Ziel war der Dettivoss, ein Wasserfall im Nordosten der Insel. Die Wassermassen, die dort in eine tiefe Schlucht stĂŒrzen, die Gischtwolken, die bei Sonnenschein einen tollen Regenbogen bilden, all das ist ganz großes Naturkino. Aber genauso beeindruckend war die Menge an Touristen, die das Spektakel bewunderten und fotografierten. Mich zog es schon bald wieder in die Einsamkeit, die auf Island zum GlĂŒck nie weit weg ist.

Tourentipp Island
Tourentipp Island

Hinweis: Das Thema Tourismus wird von den IslĂ€ndern sehr kontrovers diskutiert. Einerseits freuen sie sich ĂŒber die Einnahmequelle, andererseits ist die Insel mit der Infrastruktur an ihre Grenzen gekommen. Ca. 300.000 Einwohnern stehen jĂ€hrlich ca. 2,5 Millionen Touristen gegenĂŒber, von denen sich einige nicht an die Regeln halten. Und da sich SchĂ€den hier in der Natur nur sehr langsam regenerieren, fallen sie umso mehr auf. Auch weggeworfener MĂŒll oder menschliche Ausscheidungen verrotten nur sehr langsam.

Schon auf Reserve erreichte ich die nĂ€chste Tankstelle in Varmalid, die gleichzeitig auch Versorgungsstation fĂŒr die Einheimischen und Durchreisenden ist.

Gerade als ich nach dem Tanken weiterfahren wollte, rollte eine Bikerin mit ihrem Motorrad und englischem Kennzeichen auf den Parkplatz. Sie fiel mir auf, weil sie nicht wie anscheinend alle anderen Motorradtouristen, auf R 1200 GS, Africa Twin oder KTM Adventure unterwegs war. Ihr Moped sah aus wie eine zu heiß gewaschene Yamaha XT 600, war aber eine XT 225 Serow, mit nur 108 Kilogramm und 20 PS, wie sie mir erklĂ€rte. Sie heißt Helen und wir beschlossen fĂŒr eine Weile zusammen zu fahren, um uns bei Schwierigkeiten gegenseitig helfen zu können.

Die Geschichten, die Helen zu erzĂ€hlen hatte, waren wirklich beeindruckend: Die kleine XT hatte sie vor vier Jahren mit 8.000 Kilometern auf dem ZĂ€hler von einem Japaner gekauft und war damit alleine durch Afrika und Europa gefahren. Jetzt hatte die Maschine 90.000 Kilometer runter, die Gabel leckte und der Motor brauchte jeden Tag seine Ration frisches Öl. Der E-Starter ging nach einem Sturz auch schon lange nicht mehr. GlĂŒcklicherweise hatte die Serow noch einen Kickstarter.

Auf unserer Route durchs Hochland begegneten uns kaum noch Menschen, nur immer wieder Schafe. Einmal lief ein Polarfuchs eine Zeitlang direkt auf dem Track vor uns her. Auf den Anblick von Rentieren mussten wir leider verzichten. Die findet man nur in den östlichen Landesteilen.

Tourentipp Island

Tipp: Vorsicht ist geboten, wenn Schafe auf beiden Straßenseiten stehen. Meistens kommen die Biester genau dann auf die Idee, die Seiten zu wechseln, wenn man fast auf gleicher Höhe ist. Oft ist das dann auch noch ein Muttertier mit zwei LĂ€mmern im Schlepptau.

Tourentipp Island
Tourentipp Island

Was man auf Island fast nirgends findet, sind BĂ€ume. DafĂŒr hat das allgegenwĂ€rtige Moos ein unglaubliches leuchtendes, fast schon neonfarbenes GrĂŒn.

Irgendwann in der DĂ€mmerung, die um diese Jahreszeit gegen 23.00 Uhr beginnt, standen wir wieder vor einem tiefen Fluss und beschlossen, hier zu ĂŒbernachten. Mein neues Zelt Marke Wechsel war schnell aufgebaut und ich bin bis heute begeistert, wie klein das Packmaß ist und wie viel Platz es trotzdem bietet. Tolle Raumausnutzung! Auch die Isomatte Lito M 3,8 vom gleichen Hersteller ist trotz ihrer geringen Abmessungen bequem und warm. Der Schlafsack (Deuter Orbit 0° Reg) war dagegen leider nicht dick genug und so musste ich nachts immer mehrere Klamotten ĂŒbereinander anziehen.

Am nÀchsten Morgen war der Wasserpegel soweit gesunken, dass wir den Fluss ohne Schwierigkeiten durchqueren konnten.

Tipp: Flussdurchquerungen. FrĂŒhmorgens ist der Wasserspiegel am niedrigsten. SpĂ€ter am Tag bringt die Sonne die Gletscher zum Schmelzen und lĂ€sst die FlĂŒsse ansteigen. Auch entfernte RegenfĂ€lle können dafĂŒr sorgen, dass der Wasserpegel steigt.

Flussdurchquerungen sollte man möglichst nicht alleine angehen. Falls man im Fluss umkippt und das Motorrad Wasser zieht, sollte man wissen wie der Motor wieder zum Laufen gebracht werden kann. In der Mitte sind die Furten hĂ€ufig tiefer, da dort die Autos und Trucks durchfahren. Der linke oder rechte Rand ist fĂŒr uns Biker sicherer. Am besten vorher zu Fuß die Tiefe checken. Gerne auch die Ranger oder die Polizei, die auf den Hauptrouten patrouillieren, fragen. Die helfen einem gerne weiter.

Tipp: AusrĂŒstung. Ein hochwertiges Zelt (sturmstabil und mit einer hohen WassersĂ€ule). Über billige Zelte Ă€rgert man sich spĂ€testens dann, wenn beim Sturm die ersten Zeltstangen brechen. Der Schlafsack sollte lieber zu warm als zu kalt gewĂ€hlt werden. Dies ist gerade dann wichtig, wenn man nach einer langen anstrengenden Tour hungrig und durchgefroren zum Zeltplatz kommt. Das gleiche gilt fĂŒr eine gute selbstaufblasende Isomatte. Die hochwertigen Produkte gleichen ihren Preis nicht nur durch die bessere QualitĂ€t aus, sie sind auch kleiner und leichter und der Hersteller leistet meistens auch einen besseren Service.

Tourentipp Island
Tourentipp Island

Kurze Zeit spĂ€ter trafen wir auf den nĂ€chsten, noch breiteren und tieferen Fluss. Die Furten sind nicht nur das Salz in der islĂ€ndischen Abenteuersuppe, man lernt dort auch immer wieder neue Leute kennen. In diesem Fall zwei DĂ€nen, die bei unserer Ankunft gerade ihren fetten GelĂ€ndewagen durch die Fluten bugsierten. Einer von ihnen heißt Michael, ist Produzent bei einem dĂ€nischen Fernsehsender und hatte eine Kameradrohne dabei. NatĂŒrlich wurden wir auch gefilmt, als wir unser GepĂ€ck durch den Fluss trugen und anschließend die Mopeds mit laufendem Motor hinterher schoben.

Danach ging es ruhiger weiter. Von den ganzen großen Adventure-Enduros war weit und breit nichts zu sehen. Wir verbrachten die Tage mit Fahren, Filmen und Fotografieren. Im SĂŒden angekommen trennten sich zunĂ€chst unsere Wege. WĂ€hrend ich Reykjavik besuchte, um ein paar befreundete IslĂ€nder zu treffen und mir die Stadt anzusehen, fuhr Helen nach Vik an den Black Sand Beach.

Reykjavik hat gerade einmal halb so viele Einwohner wie meine Heimatstadt Kiel. Trotzdem gibt es dort viel mehr zu entdecken als ich in der KĂŒrze der Zeit bewĂ€ltigen konnte. Selbst ein Motorradmuseum, die berĂŒhmte Blaue Lagune ganz in der NĂ€he und auch das weltweit einzige Penismuseum musste ich auslassen. Gern hĂ€tte ich auch an einer Whalewatchingtour per Schiff teilgenommen.

Als EntschĂ€digung traf ich Helen auf dem Campingplatz an der SĂŒdkĂŒste in Vik nochmal wieder und wir fuhren zusammen nach Landmannalaugar. Viele IslĂ€nder hatten mir diesen Abstecher empfohlen und es hat sich wirklich gelohnt. Die Felsformationen dort haben die unglaublichsten Farben, dazu leuchtend grĂŒnes Moos und blendend weiße Schneereste. Island kann auch sehr bunt sein. Wir konnten uns kaum entscheiden: Fahren oder fotografieren? Beides brachte unglaublich viel Spaß. Und wĂ€hrend ich bei der ersten Furt am Anfang der Reise noch ziemlichen Bammel hatte, waren die letzten 20 Furten hier kaum noch der Rede wert. Obwohl sie teilweise tiefer waren als die erste.

Nach diesem letzten Highlight der Reise war es Zeit, mich von Island und von Helen zu verabschieden. In Seydisfjördur wartete die FÀhre. Der letzte Tag endete wie der Erste begonnen hatte, mit Dauerregen und KÀlte. So machte Island mir den Abschied etwas leichter.

Draußen auf dem spiegelglatten Nordatlantik schien dann wieder die Sonne. Ich lag an Deck und fing an, all die EindrĂŒcke der letzten Wochen zu verarbeiten. Mir ist jetzt klar, warum Island fĂŒr so viele Besucher ein Sehnsuchtsort ist. Und bin sicher und glĂŒcklich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn jetzt hat auch mich diese kĂŒhle Schönheit im Atlantik in ihren Bann gezogen.

Tourentipp Island
Tourentipp Island

Tipps und Tricks

Anreise Variante 1:

Anreise aus Deutschland entweder mit der FĂ€hre von DĂ€nemark (Hirtshals) ĂŒber die Faröer nach Island. FĂ€hrĂŒberfahrt Hin -und RĂŒckreise jeweils zwei Tage plus An-und Abfahrt zum FĂ€hrhafen. Wer auf den Faröern Zwischenstation macht bekommt die Überfahrt etwas gĂŒnstiger. FĂŒr die Anreise in der Hauptsaison Juli/ August unbedingt rechtzeitig reservieren.

Vorteile: Eigenes Fahrzeug und bei lĂ€ngerem Aufenthalt etwas gĂŒnstiger.

Nachteile: ca. 6 Urlaubstage werden fĂŒr die An- und Abreise benötigt. Bei Seegang kein VergnĂŒgen fĂŒr alle Landratten.

Variante 2:

Anreise mit dem Flugzeug und vor Ort ein Motorrad mieten.

Vorteile: Schnell und ohne große Vorbereitungen ist Island erreicht. Meistens gepflegte Maschinen.

Nachteile: Leihmaschinen teuer und die Auswahl ist recht begrenzt. EinschrÀnkungen bei der Befahrung der Tracks.

Variante 3:

Motorrad verschiffen und selbst mit dem Flugzeug fliegen.

Vorteile: Eigenes Motorrad, schnelle Anreise.

Nachteile: Papierkram, Teuer, Motorrad muss zum Hafen und vor Ort durch den Zoll gebracht werden.

Wer sich das selbst nicht zutraut, kann u.a. die Firma Intime von Olaf J. Kleinknecht aus Hamburg anschreiben. Olaf hat genĂŒgend Erfahrung mit der Organisation von Motorradreisen weltweit.

Tourentipp Island

Motorrad:

Im Prinzip kann mit jedem Typ von Motorrad Island befahren werden. Die Ringstraße (Golden Circle) ist komplett asphaltiert. Auch fĂŒr schwere Cruiser kein Problem. Es gibt auf Island sogar einen Harley-Club. Und fĂŒr viele SehenswĂŒrdigkeiten reicht eine Straßenmaschine völlig aus. Wer aber auch die geschotterten Nebenstraßen befahren möchte, sollte sich lieber fĂŒr eine Reiseenduro entscheiden. Wem das immer noch nicht reicht, und die F-Straßen austesten will, die meistens zu den schönsten PlĂ€tzen aber auch durch viele Furten fĂŒhren, sollte sich fĂŒr eine möglichst leichte Enduro entscheiden und dann lieber nicht allein fahren.

Ausstattung Motorrad:

Mit schlechtem Wetter ist auf der Insel immer zu rechnen. Daher machen ein Windschild und Heizgriffe Sinn. Wer sich abseits des Asphaltbandes rumtreibt, sollte grobes Stollenprofil aufziehen.

Ein gutes Fahrwerk ist sicherlich auch nicht von Nachteil. Gerade wenn sehr viel GepĂ€ck mitgefĂŒhrt wird. Flickzeug fĂŒr Reifen sollte auch dringend dabei sein. Das scharfe Vulkangestein hat schon so manchen Reifen aufgeschlitzt. Das GepĂ€ck sollte unbedingt wasserdicht verschließbar sein.

Ausstattung Fahrer:

Auf jeden Fall genĂŒgend warme UnterwĂ€sche mitnehmen. Selbst im Sommer können die NĂ€chte sehr kĂŒhl werden. Lieber etwas zu warm anziehen als stĂ€ndig zu frieren. Stiefel und Socken werden beim Durchqueren der FlĂŒsse auch irgendwann nass, daher ausreichend ErsatzstrĂŒmpfe mitnehmen. Ebenso zwei Paar Handschuhe (ein dĂŒnnes und ein warmes Paar). Wer im schwerem GelĂ€nde ins Schwitzen kommt, sollte darauf achten, dass er die Membrane und das Innenfutter der Jacke entfernen kann.

Beim Helm sollte ein Pinlockvisier, dass dem Beschlagen vorbeugt, eingebaut sein.

Bei den Stiefeln wĂŒrde ich eine höhere Variante empfehlen, da dadurch das Wasser nicht so schnell eindringt, wenn der Fluss vor dem Queren erkundet wird. Stabile und wasserdichte Endurostiefel sind hier erste Wahl.

GepÀck:

Zelt oder Hotel ist hier die Frage. Campen ist wesentlich gĂŒnstiger und flexibler, erfordert aber auch mehr Packvolumen und erhöht das Gewicht.

Hotels bieten mehr Komfort und erfordern keine große CampingausrĂŒstung, kosten aber auch eine Menge und erfordern rechtzeitige Buchung. Außerdem mĂŒssen die Ankunftszeiten eingehalten werden.

Wer sich fĂŒr das Campen entscheidet findet bei Louis auch sehr kleine, leichte und stabile Zelte von Wechsel.

Der Schlafsack sollte unbedingt warm sein und man sollte sich nicht am Limit sondern am Komfortbereich orientieren. Meiner war leider etwas kalt und ich musste einige NĂ€chte alle warmen Sachen anziehen die ich finden konnte.

FĂŒr die Tour habe ich mich fĂŒr einen Gaskocher entschieden, da dieser fĂŒr meine Zwecke (Wasser zum Kochen bringen fĂŒr Kaffee und Porridge) vollkommen ausreicht. Er ist schnell, sauber und nicht so laut wie ein Benzinkocher. Beschichtetes Kochgeschirr erleichtert das Abwaschen sehr. FĂŒr weitere Ausstattung schaut unter CampingausrĂŒstung bei Louis.

10 Dinge die ihr unbedingt vermeiden solltet auf Island:

  1. Offroad fahren. Auf gar keinen Fall abseits der Straße/ Tracks fahren. Bitte unbedingt daran halten. Da verstehen die IslĂ€nder ĂŒberhaupt keinen Spaß. Die Natur erholt sich nur sehr langsam von den SchĂ€den die durch die Reifen entstehen. In den Naturschutzgebieten sind Helikopter unterwegs, um nach VerstĂ¶ĂŸen zu suchen. Wird richtig teuer. Außerdem sind die Tracks fĂŒr 4WD heftig genug, da braucht man nicht extra abseits der Route fahren.
  2. Über Walfang diskutieren, das machen die IslĂ€nder schon selbst. Und wie viele andere Nationen, lassen sich auch IslĂ€nder von Touristen nicht gerne etwas sagen. Lieber eine Whalewatchingtour buchen und so diese Einnahmequelle unterstĂŒtzen.
  3. MĂŒll nicht wieder mitnehmen. Durch die tiefen Temperaturen verrotten die AbfĂ€lle nur sehr langsam. Sollte eigentlich selbstverstĂ€ndlich sein.
  4. Dies gilt auch fĂŒr menschliche Ausscheidungen. Durch die hohe Anzahl an Touristen ist es nicht schön ĂŒberall auf Klopapier und HĂ€ufchen zu treffen.
  5. Wetterwarnungen missachten. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Sturm in OrkanstĂ€rke können beim Motorradfahren zum echten Problem werden. Außerdem treten auch Schnee- und SandstĂŒrme auf. Es gibt gute Wetter-Apps fĂŒr das Handy.
  6. Schuhe nicht ausziehen, wenn man das Haus eines IslĂ€nders betritt. Wird nicht gerne gesehen. Daher die Straßenschuhe draußen lassen.
  7. SteinhÀufchen bauen. Bitte die Steine dort lassen wo sie sind.
  8. Warnhinweise am Strand missachten. Vorsicht am Meer, die Brandung kann plötzlich grĂ¶ĂŸer sein als sonst und zieht einem die Beine weg. Es sind schon Opfer zu beklagen.
  9. IslÀnder duzen. Wenn IslÀnder deutsch sprechen, sollte man sie auch siezen.
  10. Im Schwimmbad sich nicht an die Regeln halten. Bitte die Schilder lesen oder die IslÀnder fragen.

Text und Fotos: Hinrich KrĂŒtzfeldt
Website: Bikeandtravel

www.bikeandtravel.de

Weiteres Tourenmaterial

iconGPS-Daten im GPX-Format (.zip)

Hinweis zum Kartenmaterial

Aufgrund der natĂŒrlichen Gegebenheiten lĂ€sst sich diese Tour inkl. GPX-Daten nur bedingt nachfahren.
Daher ist eine GewÀhrleistung ausgeschlossen.

Um die Nachfahrbarkeit unserer TourenvorschlĂ€ge zu gewĂ€hrleisten, bieten die hier angebotenen gpx-Downloads eine hohe Wegpunktdichte und sind mit dieser Datenmenge nicht auf jedem Navisystem direkt darstellbar. Zur Bearbeitung kannst du diese gpx-Dateien in das fĂŒr dein NavigationsgerĂ€t passende Routenprogramm importieren und dann in fĂŒr das GerĂ€t verdauliche Portionen aufteilen. Die endgĂŒltige DateigrĂ¶ĂŸe ist dann abhĂ€ngig vom Navi-Modell und der zugehörigen Software-Version. Solltest du keine Routensoftware besitzen, lĂ€sst sich diese Datei auch in den gĂ€ngigen Online-Routensystemen bearbeiten. Diese bieten fĂŒr nahezu alle GerĂ€te auf dem Markt die passenden Konvertierungstools.

SearchWishlistUser AccountCartArrow LeftArrow RightArrow Right ThinIcon HomeIcon HomeMenuArrowCaret DownCloseResetVISAmatercardpaypalDHLHermesCheckCheck-additionalStarAdd to Shopping Cartchevron-leftchevron-rightSpinnerHeartSyncGiftchevron-upKlarnaGridListFiltersFileImagePdfWordTextExcelPowerpointArchiveCsvAudioVideoCalendar