Frankreich: Rundreise zum Mittelmeer Motorradtour


Frankreich Rundreise zum Mittelmeer

Fahrt von Genf nach Nizza – und zurĂŒck

Unsere Frankreich-Expedition startet in Genf, also in der schweizer Stadt, der der gleichnamige See seinen Namen verdankt. Das schweizerisch-französische GewĂ€sser hat einst Hardrock-Geschichte geschrieben, denn hier entstand der zeitlose Deep-Purple-Kracher „Smoke on the water“. Der Rauch auf dem Wasser war die Folge eines Brandes im nahen Montreux, wo die legendĂ€ren Musiker um Lord und Ritchie Blackmore ihr Album „Machine Head“ produzierten.

Frankreich Rundreise zum Mittelmeer
Frankreich Rundreise zum Mittelmeer

Wir orientieren uns an einem anderen Purple-Klassiker und nehmen als „Highway-Stars“ Kurs in Richtung Mont Blanc auf, den höchsten Berg der Alpen. 4.810 Meter misst der Gesteinsriese und lĂ€sst unsere heimische Zugspitze mit ihren nicht einmal 3.000 Metern ganz schön klein aussehen. Da liegt es nahe, dass sowohl die Franzosen, als auch die Italiener ĂŒber den exakten Grenzverlauf in dieser Region diskutieren, um den grĂ¶ĂŸten Teil des Gebirgsgiganten als ihr Eigen zu bezeichnen. Tja, wenn sie denn keine anderen Probleme haben. Wir erobern jedenfalls zuerst einmal den Col de la Forclaz, der mit seinen 1.527 Metern alles andere als nur ein kleiner Warmfahrspaß ist und statten somit den Eidgenossen noch einmal einen Kurzbesuch ab. Der Große St. Bernhard fĂŒhrt uns dann auf fast 2.500 Meter mit gigantischen Ausblicken nach Italien, genauer gesagt ins Aosta-Tal. Aber mit dem Kleinen St. Bernhard, der hier natĂŒrlich schon wieder „Col“ heißt, geht’s zurĂŒck in unser Zielland Frankreich, um im lebhaften Bourg-Saint-Maurice vor einem typischen StraßencafĂ© zu stoppen.

Wir orientieren uns bei unserer Tour immer wieder an der „Route des Grandes Alpes“, die ĂŒber die schönsten PĂ€sse vom Genfer See ans Mittelmeer fĂŒhrt. So gelangen wir ĂŒber den bekannten Wintersportort Val d‘IsĂšre zum Col de l‘Iseran, der mit seinen 2.764 Metern immerhin Frankreichs Alpenpass Nr. 2 ist. MotorradvergnĂŒgen pur, ohne hinterhĂ€ltige Windungen und zur zĂŒgigen Fahrweise bestens geeignet. Nicht ganz so prickelnd ist dann der Mont Cenis, der durch den französisch-italienischen Grenzverkehr etwas nervt. DafĂŒr entschĂ€digt uns die fantastische Altstadt von Briançon, das auf 1.320 Meter liegt. Ein Platz fĂŒrs Bike ist schnell gefunden und wieder locken die StraßencafĂ©s zum Peoplewatching.

Genfer See

Mit seinen 580 kmÂČ ist der Genfer See der grĂ¶ĂŸte französisch-schweizerische See. Rund 60 % entfallen auf die Schweiz, 40 % auf Frankreich. Nach dem Plattensee in Ungarn ist er der zweitgrĂ¶ĂŸte See Mitteleuropas. Die bekanntesten StĂ€dte am See sind Genf, Lausanne und Montreux. In Genf haben sich eine Vielzahl von internationalen Organisationen niedergelassen wie z.B. die UNO und die Welthandelsorganisation WTO.

Frankreich Rundreise zum Mittelmeer
Frankreich Rundreise zum Mittelmeer
Frankreich Rundreise zum Mittelmeer

Über die französischen Alpen zur Cote d’Azur

Zwei PĂ€sse trennen uns jetzt noch von der Auffahrt zum höchsten anfahrbaren Punkt der Alpen, der Cime de la Bonette. Da ist zunĂ€chst der Izoard, als typischer Vertreter französischer Alpen – karg, schroff und einsam. Die teilweise einer Mondlandschaft Ă€hnelnden Naturspiele polarisieren. Wer sich darauf einlassen kann ist fasziniert – die Fans der Alpen Österreichs und Italiens haben da so manchmal ihre Probleme. Die triste Schieferlandschaft des folgenden Col de Vars setzt dann noch einen drauf, lĂ€sst aber mit vielen Kurvenkombinationen weniger Zeit fĂŒr den Blick ins Gestein. Auf jeden Fall sind wir jetzt gut vorbereitet fĂŒr den in dieser Art wohl einzigartigen Pass Frankreichs.

Stellenweise völlig abgeschieden, ohne Anzeichen von menschlicher Zivilisation, windet sich der Pass in die Höhe, bis selbst der spĂ€rliche Bewuchs verschwindet und durch kahlen Stein abgelöst wird. Der Scheitelpunkt des Col de la Bonette wird auf 2.715 Meter erreicht und erst die weiteren 90 Höhenmeter zum Dach der Alpen, der Cime de la Bonette, machen die höchste offiziell anfahrbare Stelle der Alpen perfekt. Nach all den Fels- und Gesteinspassagen wird unsere Lust auf‘s Blau und den Duft des Mittelmeeres immer stĂ€rker. Die Cote d‘Azur ist das Ziel – der Reichen und der Schönen dieser Welt. Wer kennt sie nicht, die klangvollen Namen der Jet-Set-Treffs wie Cannes, St. Tropez und Monaco, die uns immer wieder mit anspruchsvollstem Journalismus rund um extrem teure Handtaschen und offensichtlich schiefgegangener Schönheitschirurgie versorgen. Allerdings muss man keineswegs reich sein, um sich an der azurblauen KĂŒste wohlzufĂŒhlen.

Wir haben uns zunĂ€chst fĂŒr einen Besuch Nizzas entschieden. Bereits der Name assoziiert Sonne, Meer und „Savoir Vivre“, die nicht zu kopierende französische Lebensart. Nizza gibt sich, nicht zuletzt auf Grund seiner GrĂ¶ĂŸe, volkstĂŒmlicher als seine NachbarstĂ€dte. Ein Spaziergang ĂŒber den „Cours Saleya“ ist der richtige Einstieg, der das Leben in SĂŒdfrankreich widerspiegelt. Wo lernt man Menschen besser kennen, als auf einem Markt und beim gemeinsamen Genießen eines Zwiebelkuchens am kommunikativen Verkaufsstand. Die „Promenade des Anglais“ mit ihren unzĂ€hligen StraßencafĂ©s lĂ€dt uns zum Schlendern ein. Wir finden ein nettes Hotel und lassen den Abend am Hafen ausklingen.

Frankreich Rundreise zum Mittelmeer
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Vom Grand Canyon du Verdon zurĂŒck nach Genf

Am nĂ€chsten Tag bollern wir weiter nach Cannes, das nicht nur durch die Filmfestspiele ĂŒber einen enormen Promibonus verfĂŒgt. Uns kennt natĂŒrlich keiner, was uns andererseits immerhin die lĂ€stige Autogrammschreiberei erspart. Mit Cannes haben wir auch den Wendepunkt unsere Tour erreicht, was somit ganz klar „Nordkurs“ bedeutet. Wieder orientieren wir uns an einer bekannten Straße, diesmal der „Route Napoleon“. Diese wurde 1815 vom aus dem Exil auf Elba zurĂŒckkehrenden Korsen mit seiner Truppe bewĂ€ltigt. Die sich uns entgegenstellenden PĂ€sse erreichen jetzt nur noch Mittelgebirgshöhen, was aber keine Auswirkungen auf den weiterhin grandiosen Motorradspaß hat.

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Von Castellane aus ist ein Abstecher zur Verdonschlucht Pflicht. Mit einer LĂ€nge von 21 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 700 Metern wird dieses ĂŒberwĂ€ltigende Naturschauspiel zum absoluten Highlight. Nicht ohne Grund spricht man vom Grand Canyon du Verdon.

Barcelonette empfĂ€ngt uns einige Tourenkilometer weiter noch einmal mit der einladenden AtmosphĂ€re eines Provence-StĂ€dtchens. Langsam, aber sicher, nĂ€hern wir uns Grenoble, der grĂ¶ĂŸten am Hochgebirge liegenden Stadt der Alpen. Weltweit bekannt wurde die Stadt als Austragungsort der Olympischen Winterspiel im Jahr 1968. Unseren Kulturstopp legen wir allerdings spĂ€ter in ChambĂ©ry ein, wo mit dem gleichnamigen Schloss und der Kathedrale noch Material zur Weiterbildung wartet. Und so fahren wir nach dem PĂ€ssesammeln in Frankreich wieder in Genf ein, um eine gelungene Tour stilvoll ausklingen zu lassen.

Fotos: Heinz E. Studt

MSD

Weiteres Tourenmaterial

Hinweis zum Kartenmaterial

Um die Nachfahrbarkeit unserer TourenvorschlĂ€ge zu gewĂ€hrleisten, bieten die hier angebotenen gpx-Downloads eine hohe Wegpunktdichte und sind mit dieser Datenmenge nicht auf jedem Navisystem direkt darstellbar. Zur Bearbeitung kannst du diese gpx-Dateien in das fĂŒr dein NavigationsgerĂ€t passende Routenprogramm importieren und dann in fĂŒr das GerĂ€t verdauliche Portionen aufteilen. Die endgĂŒltige DateigrĂ¶ĂŸe ist dann abhĂ€ngig vom Navi-Modell und der zugehörigen Software-Version. Solltest du keine Routensoftware besitzen, lĂ€sst sich diese Datei auch in den gĂ€ngigen Online-Routensystemen bearbeiten. Diese bieten fĂŒr nahezu alle GerĂ€te auf dem Markt die passenden Konvertierungstools.

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